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Ständerwand

Die Ständerwand ist das Grundelement des Trockenbaus: ein Gerüst aus Metallprofilen oder Holz, beplankt mit Gipsplatten, im Hohlraum gedämmt. Wer Wandstärke, Profiltyp und Schallschutz vor dem ersten Dübel plant, erspart sich später jede Menge Ärger – und knarzende Wände.

Stahlständerwerk einer Trockenbauwand mit UW- und CW-Profilen vor der Beplankung
Das Grundgerüst der neuen Trennwand: UW-Profile an Boden und Decke, CW-Profile im Achsmaß dazwischen.

Wofür eine Ständerwand?

Mit einer Ständerwand teilen Sie Räume neu auf, ohne zu mauern: als Raumtrennwand, als Vorsatzschale vor einer krummen Altbauwand oder als halbhohe Sichtschutz- und Konsolenwand. Der Aufbau geht schnell, bringt keine Baufeuchte ins Haus, und alle Installationen verschwinden im Wandhohlraum. Nach dem Verspachteln lässt sich die Fläche streichen, tapezieren oder fliesen. Ein typisches Beispiel aus der Praxis: In einem alten Bad wurde die Trennwand zur Toilette um rund 15 cm versetzt neu gestellt – genug Raumgewinn, um eine Dusche zu integrieren. Mit gemauerten Wänden wäre das ein Abbruchprojekt gewesen, im Trockenbau war es eine Sache von zwei Tagen.

Metall oder Holz?

Ständerwerk gibt es aus verzinktem Stahlblech und aus Holz. Aus Kostengründen greifen Heimwerker gern zu Dachlatten – davon rate ich ab. Holz ist anfällig für Feuchte und damit für Schimmel, und das Tückische daran: Man sieht ihn nicht. Er sitzt in der Wand und wird oft erst Jahre später entdeckt, nämlich dann, wenn er durchkommt. Metallprofile sind formtreu, verziehen sich nicht und lassen sich mit einer ganz normalen Blechschere ablängen – Sägen ist nicht nötig. Zudem haben CW-Profile bereits werkseitige Aussparungen, durch die sich Kabel und Leerrohre ziehen lassen; die Laschen müssen Sie nur aufbiegen. Wichtig dabei: Elektroleitungen gehören auch in der Trockenbauwand in die Hand des Elektrikers, Wasserleitungen verlegt der Installateur – Sie bauen die Wand, der Fachbetrieb füllt sie.

Die Profiltypen im Überblick

Für Ständerwände brauchen Sie zwei Profilarten: UW-Profile werden an Boden und Decke gedübelt und nehmen die senkrechten CW-Profile auf, die im Achsmaß von 62,5 cm dazwischen stehen. Die Profilbreite bestimmt zusammen mit der Beplankung die fertige Wandstärke:

ProfilBeplankung je SeiteWandstärke gesamtTypischer Einsatz
CW 501 × 12,5 mm75 mmleichte Abtrennung, Nische
CW 502 × 12,5 mm100 mmRaumtrennwand, wenig Platz
CW 752 × 12,5 mm125 mmStandard-Trennwand mit Installationen
CW 1002 × 12,5 mm150 mmSchallschutz, dickere Rohre

Für Feuchträume nehmen Sie imprägnierte Gipsplatten, für besondere Anforderungen gibt es Feuerschutz- und Schallschutzausführungen. Welche Platte wohin gehört und wie Sie sie zuschneiden, steht im Beitrag Platten bearbeiten.

Dämmstreifen: klein, billig, unverzichtbar

Überall dort, wo ein Profil an Boden, Decke oder Wand stößt, gehört ein selbstklebender Dämmstreifen (Anschlussdichtband) auf die Profilrückseite. Vergessen Sie ihn nicht – im Interesse Ihrer eigenen Nerven. Ein Bauwerk arbeitet ein Leben lang: Temperaturwechsel, Windlast, jeder vorbeifahrende Lkw versetzt es in feine Schwingungen. Ohne Trennlage überträgt sich das als Knarzen und Kratzen von Metall auf Stein direkt in die Wand – wer das Geräusch einmal nachts gehört hat, weiß, wovon ich schreibe. Der Dämmstreifen entkoppelt die Wand und verbessert nebenbei den Schallschutz spürbar.

Schallschutz und Dämmung richtig planen

  • Hohlraum vollständig mit Mineralwolle ausfüllen – die Dämmstärke passend zur Profilbreite wählen, dünneres Material verschenkt Wirkung.
  • Raumtrennwände beidseitig doppelt beplanken; Masse ist der wirksamste Schallschutz.
  • Alle Anschlüsse mit Dämmstreifen entkoppeln, Anschlussfugen elastisch schließen.
  • Steckdosen nicht Rücken an Rücken in dieselbe Gefachöffnung setzen – das sind Schallbrücken.
  • Wo später Hängeschränke oder ein Waschtisch hinsollen: schon jetzt Traversen oder Verstärkungen einplanen.

Praxistipp: Planen Sie die Wand auf Papier, bevor Sie das erste Profil dübeln – mit Türöffnung, Steckdosen, Leitungswegen und allem, was später an der Wand hängen soll. Eine Ständerwand ist schnell gestellt, aber eine vergessene Traverse für den Hängeschrank lässt sich nach dem Beplanken nur noch mit Aufwand nachrüsten.

Wie Sie das Gerüst Schritt für Schritt aufbauen, zeigt der Beitrag Ständerwerk-Aufbau. Was beim Dämmen, bei der zweiten Beplankung und vor dem Zumachen der Wand zu beachten ist, lesen Sie unter Trockenbauwand schließen – und wer noch unsicher ist, findet unter Trockenbau: Tipps & Tricks die häufigsten Stolperfallen.