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Silikonfuge herstellen

Die Silikonfuge ist der letzte Handgriff im Bad – und der erste, den jeder Besucher sieht. Mit der richtigen Vorbereitung, einer ruhigen Hand und etwas Spülmittelwasser gelingen Fugen ohne Schlieren. Und weil Silikonfugen Wartungsfugen sind, lohnt es sich, die Technik zu beherrschen: Alle paar Jahre steht die Arbeit wieder an.

Eine frisch gezogene Silikonfuge wird mit dem Fugenglätter abgezogen
In einem Zug abziehen – Absetzen sieht man der fertigen Fuge immer an.

Warum Silikon und nicht Fugenmörtel?

Überall dort, wo zwei Bauteile aneinanderstoßen, die sich unterschiedlich bewegen – Wand und Boden, Wand und Wanne, Fliese und Türzarge, Raumecken –, würde eine starre Mörtelfuge zwangsläufig reißen. Diese Anschlussfugen bleiben deshalb beim Verfugen frei und werden dauerelastisch geschlossen. Silikon nimmt die Bewegung auf und dichtet zugleich gegen Spritzwasser ab. Es ist allerdings Verschleißmaterial: In der Regel wird eine Silikonfuge alle 3 bis 10 Jahre erneuert – nicht immer, weil sie undicht ist, oft ist sie nur unansehnlich oder porös geworden. Hält eine Fuge 15 oder 20 Jahre, ist das die Ausnahme, nicht die Regel.

Material und Werkzeug

  • Cutter mit Ersatzklingen zum Ausschneiden der alten Fuge
  • Kartuschenpistole – für die einmalige Fuge reicht eine einfache mechanische völlig; elektrische Auspresshilfen lohnen erst, wenn man viele Meter am Tag zieht und den Unterschied abends in den Händen merkt
  • Fugenglätter (Fugengummi oder Fugenspatel)
  • Sprühflasche mit Wasser und einem Spritzer Spülmittel als Glättmittel
  • Lappen oder Küchenkrepp
  • Optional: Klebeband für scharfe Kanten, Rundschnur als Fugenfüller bei tiefen Fugen, Silikonentferner für Reste

Schritt für Schritt zur sauberen Fuge

  1. Alte Fuge entfernen: Mit dem Cutter beidseitig entlang der Flanken einschneiden und den Silikonstrang herausziehen. Hartnäckige Reste mit Silikonentferner aufweichen und abschaben – auf alten Silikonresten haftet neues Silikon nicht zuverlässig.
  2. Reinigen und trocknen: Die Fugenflanken müssen fett-, staub- und seifenfrei sein. Nach dem Reinigen vollständig trocknen lassen. Frisch verfugte Flächen brauchen vor der Silikonfuge mindestens zwei Tage Trocknung – warum, erklärt der Beitrag Bad fertig gefliest.
  3. Tiefe Fugen hinterfüllen: Eine Rundschnur begrenzt die Silikontiefe. Die Fuge soll an den Flanken haften, nicht am Fugengrund – nur so kann sie sich dehnen, ohne abzureißen.
  4. Kartusche anschneiden: Spitze schräg im 45-Grad-Winkel und nur so weit abschneiden, dass die Öffnung der Fugenbreite entspricht.
  5. Silikon einbringen: Die Kartusche gleichmäßig und ohne Absetzen an der Fuge entlangführen, so dass ein sattes, durchgehendes Band entsteht. Lieber etwas zu viel als Fehlstellen.
  6. Benetzen und abziehen: Fuge und angrenzende Flächen mit dem Spülmittelwasser einsprühen, dann mit dem Fugenglätter in einem Zug durchziehen. Das Glättmittel verhindert, dass Silikon an Fliesen und Werkzeug kleben bleibt. Überschuss vom Glätter regelmäßig am Küchenkrepp abstreifen.
  7. Ruhen lassen: Klebebänder sofort nach dem Glätten abziehen, solange das Silikon weich ist. Danach die Fuge je nach Produkt ein bis drei Tage aushärten lassen, bevor Wasser darauf trifft.

Praxistipp: Bei Wannen und Duschtassen aus Stahl oder Acryl die Wanne vor dem Verfugen mit Wasser füllen und erst nach dem Aushärten wieder leeren. So entsteht die Fuge im belasteten Zustand – sonst reißt sie beim ersten Vollbad, wenn sich die Wanne unter dem Gewicht senkt.

Welches Silikon für welchen Zweck?

Für Bad und Küche gehört fungizid ausgerüstetes Sanitärsilikon in die Fuge – es hemmt Schimmelbildung im Dauerfeuchtbereich. Bei Naturstein wie Marmor unbedingt spezielles Natursteinsilikon verwenden; herkömmliches Silikon kann dunkle Ränder in den Stein wandern lassen. Farblich orientiert man sich an der Fugenfarbe des Belags, das wirkt ruhiger als Kontrastfugen. Wichtig zu wissen: Silikon ist nicht überstreichbar. Wo eine Fuge später Farbe sehen soll – etwa zwischen Wand und Türzarge im Wohnraum –, ist Acryl das richtige Material. Die Unterschiede erklärt der Beitrag Acryl, Silikon & Kleber.

Wann muss die Fuge erneuert werden?

Spätestens bei diesen Anzeichen ist die Fuge fällig: schwarze Stockflecken, die sich nicht mehr abwischen lassen (der Schimmel sitzt dann im Material), abgelöste Flanken, Risse oder eine spröde, porös gewordene Oberfläche. Halbherziges Überschmieren hält nur Wochen – die alte Fuge muss komplett heraus. Wo im Bad überall elastische Fugen sitzen, zeigt der Überblick Feuchträume fliesen.