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Malerarbeiten vorbereiten

Malern kann doch jeder – bis man sich das Ergebnis bei Streiflicht ansieht. Die Wahrheit aus der Praxis: 80 Prozent des Ergebnisses entstehen, bevor der erste Tropfen Farbe an der Wand ist. Untergrund prüfen, spachteln, abkleben, grundieren – wer hier sauber arbeitet, dem „flutscht“ der Anstrich fast von allein.

Ein Raum ist zum Malern vorbereitet: Boden mit Malervlies abgedeckt, Leisten und Rahmen mit Kreppband abgeklebt
Gut vorbereitet ist halb gestrichen: Abdeckung und Abklebung vor dem ersten Anstrich.

Untergrund prüfen

Vor jedem Anstrich steht die Bestandsaufnahme. Streichen Sie mit der flachen Hand über die Wand: Kreidet sie ab, ist der Altanstrich mürbe und braucht Tiefengrund. Der Klebebandtest zeigt die Tragfähigkeit – ein Streifen Kreppband fest andrücken und ruckartig abziehen; bleiben Farbschollen daran hängen, muss der Altanstrich herunter. Lose Tapeten und abplatzender Putz werden entfernt oder befestigt, denn Farbe hält nur so gut wie der Untergrund darunter.

Lose Tapetenkanten und offene Stoßfugen kleben Sie mit Tapetenleim wieder an – aber einige Tage vor dem Streichen, nicht am selben Morgen. Der Kleber muss durchtrocknen, sonst schlägt er später als Verfärbung durch die Deckfarbe.

Löcher und Risse spachteln

Dübellöcher, Nagellöcher und Putzschäden werden mit Spachtelmasse oder Putz geschlossen – mindestens drei Tage vor den Malerarbeiten, damit die Masse austrocknen und „ausdampfen“ kann. Rechnen Sie mit einem zweiten Durchgang: Spachtelmassen schwinden beim Trocknen, weil das Anmachwasser entweicht, und hinterlassen eine kleine Delle. Deshalb gehört das Nachspachteln zum Handwerk dazu.

Eine verbreitete Unart ist es, Löcher mit Acryl aus der Kartusche zu schließen. Acryl schwindet noch stärker als Spachtelmasse – und wenn Sie Jahre später ausgerechnet an dieser Stelle bohren wollen, bricht das alte Loch größer aus als gewollt. Für Risse gilt eigenes Recht: Haarrisse lassen sich einfach überspachteln, größere Risse brauchen Gewebe – der Beitrag Putzrisse zeigt, wie Sie die Rissart erkennen und dauerhaft sanieren.

Grundieren – aber richtig

Stark oder ungleichmäßig saugende Untergründe – frischer Putz, gespachtelte Flächen, Gipskarton – werden mit Tiefengrund vorbehandelt. Er gleicht die Saugfähigkeit aus, festigt den Untergrund und verhindert, dass die Wand dem Anstrich das Wasser entzieht und fleckige „Schatten“ entstehen. Auch hier gilt: Trockenzeit einhalten, sonst gibt es Verfärbungen.

Sonderfall Nikotin und Wasserränder: Solche Flecken schlagen durch jeden normalen Anstrich wieder durch, egal wie oft Sie streichen. Hier hilft nur eine Absperrgrundierung beziehungsweise Isolierfarbe aus dem Fachhandel. Sie ist deutlich teurer als Wandfarbe, aber der einzige Weg. Achten Sie in Wohnräumen generell auf emissionsarme, diffusionsoffene Produkte – die Wand soll nicht luftdicht versiegelt werden.

Abkleben und Abdecken

  • Fußleisten, Tür- und Fensterrahmen mit Malerkrepp abkleben – zwei Bandbreiten im Haus machen die Arbeit leichter.
  • Böden mit stabiler Malerfolie oder Malervlies auslegen und an den Rändern mit Kreppband fixieren, damit nichts verrutscht. Die hauchdünne Billigfolie ist für Möbel gedacht, nicht zum Betreten – sie reißt beim ersten Tritt.
  • Möbel in die Raummitte rücken und mit leichter Folie abdecken.
  • Schalter- und Steckdosenabdeckungen abschrauben statt abkleben – vorher die Sicherung ausschalten. Die Abdeckungen lassen sich nebenbei in einer Schüssel abwaschen. Wichtig: Nur die Abdeckungen sind Heimwerkersache, alles an der Elektroinstallation selbst gehört in die Hände des Elektro-Fachbetriebs.
  • Alte Nägel und Schrauben ziehen, Löcher spachteln (siehe oben).

Die richtige Reihenfolge beim Streichen

Gestrichen wird von oben nach unten: zuerst die Decke, dann die Wände – so lassen sich Spritzer auf der Wand noch problemlos überarbeiten. Bei jeder Fläche zuerst die Ecken und Kanten mit dem Pinsel vorstreichen (das „Beschneiden“), auch die Fensterlaibungen, dann die Fläche mit der Rolle nass in nass anschließen. Wer unsicher bei Pinsel- und Rollengrößen ist, fragt im Fachhandel nach – das kostet nichts und erspart Frust. Die komplette Einkaufsliste zum Abhaken steht im Beitrag Checkliste Malern, und wie viel Farbe Sie tatsächlich brauchen, rechnet der Beitrag Materialverbrauch Farbe vor.

Praxistipp: Zwischen zwei Anstrichen müssen Pinsel und Rollen nicht ausgewaschen werden. Wickeln Sie sie dicht in ein Stück Folie oder einen Gefrierbeutel – so bleiben sie über Nacht und auch ein paar Tage frisch. Nur monatelang sollte das Paket nicht liegen.